Katharina Odwody
geb. Wanek

Hilfsarbeiterin. Widerstandskämpferin. Hingerichtet.

* 1901   † 1943

 

Lebenslauf

Katharina Odwody wurde am 6. März 1901 in Hluk, ungarisch Hradisch, geboren. Sie war die Tochter der Landarbeiter Franz und Maria Wanek und jüngstes Kind der achtköpfigen Familie. Die Familie übersiedelte im Jahre 1905 nach Wien.

Katharina (genannt Käthe) besuchte schließlich sechs Jahre lang die Volksschule und arbeitete anschließend in verschiedenen Betrieben als Hilfsarbeiterin. 1921 heiratete sie den fünf Jahre älteren Schlossergehilfen Franz Odwody, der im Jahr 1922 nach Amerika auswanderte, und 1924 nach Wien zurück kehrte. 1924 fand Käthe eine Anstellung als Hilfsarbeiterin in der Ankerbrotfabrik. Eben dort agierte sie bis 1934 als Betriebsrätin. In den Jahren 1923 bis 1934 war sie auch Mitglied der freien Gewerkschaft der Lebens- und Genussmittelarbeiter Österreichs.

Februarunruhen 1934, Haft, Arbeitslosigkeit

Die Februarunruhen 1934 brachten mit sich, dass Katharina Odwody verdächtigt wurde, an den Februarkämpfen teilgenommen zu haben, was zu ihrer Verhaftung führte. Sie befand sich daraufhin von 17.2.1934 bis 11.5.1934 in Haft und wurde dann vom Landesgericht Wien wegen „Aufstand und Hochverrat“ angeklagt. Der Anklagepunkt war, dass sie die Maschinengewehrgurte der Februarkämpfer in der Ankerbrotfabrik mit Patronen bestückt haben soll. Es folgte ein Freispruch, Haftentschädigung wurde ihr jedoch keine zugesprochen. Der „Verdacht der Teilnahme am Aufruhr” war nicht entkräftet worden. Die Verhaftung brachte den Verlust ihres Arbeitsplatzes mit sich. Sie blieb bis 1938 arbeitslos.

Schicksal der Ankerbrot-Werke, Widerstand in der "Siegl-Gruppe"

1938 fand sie wieder eine Stellung in der Ankerbrotfabrik. Die Ankerbrot-Werke befanden sich vor dem NS-Regime in jüdischem Familienbesitz, sie wurden arisiert und von den Nationalsozialisten enteignet. Ab 1940 folgte die Aufnahme von Katharina Odwody in die Bezirksleitung der kommunistischen Partei für den zehnten Wiener Bezirk. Sie agierte unter dem Decknamen “Walli” in der “Siegl-Gruppe”. Der Name der Gruppe bezog sich auf das Pseudonym des am 28.1.1943 wegen Hochverrates hingerichteten Rudolf Fischer. Katharina Odwody kassierte und verteilte Geldbeträge für die KPÖ und stellte die „Rote Fahne“ zu.

Verhaftung, Todesurteil, Hinrichtung

Am 29. April 1941 wurde Katharina Odwody von der Gestapo verhaftet. Am gleichen Tag erfolgten die Verhaftungen ihres Mannes Franz sowie des Ehepaares Rudolf und Marie Fischer. Franz Odwody, der Mitwisserschaft verdächtig, wurde am 17. Mai 1941 auf freien Fuß gesetzt. Katharina Odwodys Verurteilung zum Tode erfolgte am 9. November 1942, schließlich wurde sie am 23. September 1943 auf dem Schafott des Landesgerichtes Wien hingerichtet. Rudolf Fischer und seiner Frau Marie ereilte das gleiche schreckliche Schicksal bereits am 28. Jänner 1943 und am 30. März 1943.

Aus dem Verhörprotokoll der Gestapo Wien mit K. Odwody, v. 29.8.1941

“Auf den Vorhalt, dass meine Angaben vollkommen unglaubwürdig erscheinen und dass ich durch die Angaben der Mitbeschuldigten in dieser Hinsicht widerlegt sei, kann ich auch nichts anderes angeben. Ich habe niemals eine Funktion der Kommunistischen Partei übernommen. Ich hatte auch niemals die Stellung der Paula (Muzik) übernommen. Wenn die Paula selbst angibt, so spricht sie die Unwahrheit. Ich kann auch nicht sagen, wer der Bezirksleiter im X. Wiener Gemeindebezirk war. Auf neuerlichen Vorhalt wiederhole ich, dass ich von einer kommunistischen Zelle in den Ankerbrot-Werken nichts weiß. Ich muss neuerlich betonen, dass ich das mir zugegangene Geld von einem mir nicht bekannten Mann erhalten habe. Er hat mich auf der Straße angesprochen und ich habe nie erfahren, wer er in Wirklichkeit ist. Wenn ich neuerlich aufgefordert worden bin, meine unglaubwürdige Verantwortungstaktik zu ändern und endlich die Wahrheit zu sagen, muss ich nur meine bisherigen Angaben wiederholen. Ich habe die Wahrheit gesagt und betone, dass ich in den Ankerbrot-Werken niemals Geldbeträge einkassiert habe. Ich habe überhaupt nicht gewusst, dass das Geld, welches ich übernommen und weitergeleitet habe, innerhalb der kommunistischen Partei verwendet wird. Ich hätte in diesem Fall überhaupt nichts gemacht. So unwahrscheinlich es klingt, es ist doch so, dass ich trotz der Teilnahme an den kommunistischen Besprechungen nicht gewusst habe, dass ich für die KP arbeite. Auf die Frage, weshalb ich dann Decknamen verwendet habe, führe ich an, dass ich wohl gewusst habe, dass es sich um eine verbotene Tätigkeit gehandelt hat.”

Straßenbenennung

Im Jahr 2004 beschloss der Gemeinderatsausschuss für Kultur, eine neue Straße in Wien-Favoriten nach ihr zu benennen, die Käthe-Odwody-Gasse am Siedlungs- und Wohngebiet Monte Laa. Sie führt von der Laaer-Berg-Straße zum Kindergartenbereich des Campus Monte Laa und verläuft parallel zu Urselbrunnengasse und Rudolf-Friemel-Gasse, letztere benannt nach dem im KZ Auschwitz ermordeten Widerstandskämpfer Rudolf Friemel.

Gedenktafel

Zu Ehren der ermordeten Widerstandskämpfer Alexander Scheck (Mitglied des Schutzbundes, erschossen am 13.2.1934), Käthe Odwody, Franz Misek (hingerichtet am 19.9.1944) und Ludwig Führer (hingerichtet am 5.12.1944) wurde im Jahre 1946 in der Absberggasse 35 eine Gedenktafel enthüllt.

Gedenkort

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich ihr Name auf einer der Gedenktafeln.

Die Gedenkstätte auf der Gruppe 40, Zentralfriedhof

Weblinks und Quellen

Wir erinnern uns

Sie sind eingeladen, Ihre persönliche Erinnerung an
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